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Bayers Mega-Fehler, S04 verliert: Flick verzockt sich bei Aufstellung, Bayern patzt

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Bayern Trainer Flick überrascht mit seiner Aufstellung und prompt liegt seine Mannschaft gegen Werder Bremen zur Halbzeit zurück. Der FC Bayern kämpft sich zurück, aber mehr als der Ausgleich gelingt nicht. Schalke 04 setzt die Horror-Serie fort, Leverkusens Torwart fängt sich ein ganz bitteres Gegentor.

Bayern München – SV Werder Bremen 1:1 (0:1)

Bayern München hat sich gegen seinen Lieblingskontrahenten Werder Bremen einen völlig unerwarteten Patzer im Titelkampf geleistet. Der Triple-Gewinner kam gegen den einstigen Rivalen im 109. Bundesliga-Duell (Rekord) nach 19 Siegen gegen Grün-Weiß hintereinander überraschend nicht über ein 1:1 (0:1) hinaus.

Maximilian Eggestein (45.) ließ Werder-Coach Florian Kohfeldt in dessen 100. Bundesliga-Spiel sogar vom ersten Sieg in München seit 2008 träumen. Doch Kingsley Coman (62.) rettete Bayern-Trainer Hansi Flick beim 50. Pflichtspiel auf der Münchner Bank das Jubiläum. Allerdings beklagte Flick neben dem doppelten Punktverlust einen weiteren verletzten Spieler: Lucas Hernandez. Der Coach verzichtete vier Tage nach der historischen 0:6-Klatsche für die DFB-Auswahl zunächst auf gleich vier deutsche Nationalspieler – und er verpokerte sich damit. Niklas Süle stand nicht mal im Kader – wegen Trainingsrückstands, wie Flick erklärte: “Er muss wieder bei 100 Prozent sein, dann ist er wieder ein Thema.” Das Trio Leon Goretzka, Serge Gnabry und Leroy Sane kam von der Bank. Goretzka musste dabei schneller einspringen als geplant: Hernandez kam nach einem Luftduell mit Theodor Gebre Selassie unsanft mit dem Rücken auf und musste verletzt raus (19.). Abwehrchef David Alaba rückte dafür nach links, Sechser Javi Martinez ins Zentrum.

Die Bayern konnten sich bei Torwart Manuel Neuer bedanken, dass sie da nicht schon zurücklagen: Der Kapitän parierte in seinem 400. Pflichtspiel für die Bayern stark gegen Joshua Sargent und Ludwig Augustinsson (16.). Wenig später verzog Leonardo Bittencourt freistehend (24.).

Flicks ungewöhnliche Aufstellung mit nur einem Sechser und dem überforderten Youngster Jamal Musiala, der erstmals in der Liga beginnen durfte, zündete nicht. Die Bayern taten sich schwer, in der Bremer Fünferreihe Lücken zu finden, und hatten viele Ballverluste. Als Coman doch mal durchkam, wurde er von Ömer Toprak im Strafraum gefoult – der fällige Elfmeterpfiff blieb rätselhafterweise aus (26.).

“Wenn wir Mut mit dem Ball haben, holen wir sie aus ihrer Komfortzone”, hatte Kohfeldt vorher gesagt – und genau so kam es. Kurz vor der Pause überraschten die gedankenschnellen Bremer die Münchner Hintermannschaft nach einem Einwurf im kollektiven Tiefschlaf. Sargent enteilte Martinez, seine Hereingabe verwertete Eggestein unbedrängt von Goretzka zur Führung. Ein Lattenknaller von Douglas Costa nach der Pause (52.) war der Weckruf für den Rekordmeister, der Werder zunehmend stärker unter Druck setzte. Coman traf per Kopf nach Goretzkas Flanke zum Ausgleich. Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting vergab die Riesenchance zum 2:1 (84.), auf der anderen Seite parierte Neuer gegen Sargent (87.).

FC Schalke 04 – VfL Wolfsburg 0:2 (0:2)

Nur noch sieben: Mit einer lange Zeit katastrophalen Leistung hat Schalke 04 seine Horrorserie fortgesetzt und nähert sich nach 24 Bundesligaspielen ohne Sieg immer mehr dem Negativrekord von Tasmania Berlin. Gegen den weiter ungeschlagenen VfL Wolfsburg unterlagen die Königsblauen völlig chancenlos 0:2 (0:2) und warten weiter auf den ersten Dreier seit dem 17. Januar. Machen die Gelsenkirchener so sieglos weiter, stellen sie am 9. Januar die Marke von 31 erfolglosen Partien des schlechtesten Bundesligaklubs der Geschichte aus der Saison 1965/66 ein. Argumente dafür, dass die Serie bald enden könnte, lieferte der Tabellenvorletzte gegen in allen Belangen überlegene Wolfsburger nicht. Wout Weghorst (3.) und Xaver Schlager (24.) frustrierten die Königsblauen, die zuvor drei Pflichtspiele in Folge nicht verloren hatten, schon früh mit ihren Toren.

Auch das Comeback des Nationalspielers Suat Serdar machte Schalke nicht entscheidend besser. Der Ex-Mainzer hatte wegen einer langwierigen Oberschenkelverletzung zuvor in dieser Saison lediglich 52 Minuten lang auf dem Platz gestanden. Trainer Manuel Baum musste auch seine Abwehr umstellen: Defensivchef Salif Sane war mit einer Knieverletzung von Senegals Länderspielreise zurückgekehrt, er wird in der nächsten Woche eingehend untersucht. Zudem verzichtete Baum auf den türkischen Nationalspieler Ozan Kabak, der erst am Donnerstag wieder in Gelsenkirchen eingetroffen war. Wolfsburgs Coach Oliver Glasner hatte gegenüber dem 2:1 gegen die TSG Hoffenheim vor zwei Wochen nur auf einer Position gewechselt: Admir Mehmedi begann für Maximilian Philipp auf der “Zehn”.

Für Schalke ging der Frust der vergangenen Monate gleich weiter: Die Königsblauen waren noch nicht einmal geordnet mit dem Ball in der gegnerischen Hälfte unterwegs gewesen, da lag er schon im eigenen Netz: Nach einem Eckball von Maximilian Arnold köpfte Weghorst – weitgehend unbedrängt von seinem Gegenspieler Malick Thiaw – zum 0:1 ein.

Schalkes umgestellte Abwehr wackelte bedenklich: Ridle Baku bei einem Konter und Arnold mit einer direkten Ecke scheiterten innerhalb weniger Sekunden an Torhüter Frederik Rönnow (14.), den Baum vor dem Spiel zur Nummer eins gemacht hatte. Auch gegen Renato Steffen rettete der Däne in höchster Not (20.). Wolfsburg agierte, Schalke reagierte – meist zu spät. Phasenweise war ein Klassenunterschied wie in der ersten Runde des DFB-Pokals zu erkennen.

Das längst überfällige 0:2 durch Schlager war ein perfekt herausgespielter Treffer – allerdings auch ohne nennenswerte Gegenwehr. Und Schalke? Die erste Torchance durch Goncalo Paciencia kurz vor der Pause war bezeichnenderweise ein Zufallsprodukt (40.). Nach dem Seitenwechsel waren die Gastgeber zwar häufiger am Ball, tauchten auch ein paarmal im Wolfsburger Strafraum auf, doch die größte Chance hatte Weghorst, der ebenfalls an Rönnow scheiterte (63.).

Borussia Mönchengladbach – FC Augsburg 1:1 (1:0)

Borussia Mönchengladbach tritt auf der Stelle. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose musste sich gegen den FC Augsburg trotz Überzahl mit einem 1:1 (1:0) begnügen.

Nationalspieler Florian Neuhaus (5.) brachte den fünfmaligen deutschen Meister in Führung. Die Gäste glichen in Unterzahl nach Gelb-Rot gegen Raphael Framberger (66., wiederholtes Foulspiel) durch Daniel Caligiuri (88.) aus.

Nach Alassane Plea meldeten die Gladbacher wenige Stunden vor dem Anpfiff auch bei Ramy Bensebaini eine COVID-19-Erkrankung. Zudem fehlte Nationalspieler Jonas Hofmann (Muskelbündelriss). Die Gäste erwischten den besseren Start. Nach knapp 20 Sekunden scheiterte Alfred Finnbogason nach schönem Pass von Ruben Vargas aber an Torhüter Yann Sommer. Die erste Chance der Augsburger diente den Gladbachern als Weckruf. Breel Embolo und Lars Stindl vergaben nacheinander gegen FCA-Schlussmann Rafal Gikiewicz, den Abpraller versenkte Neuhaus wuchtig von der Strafraumgrenze zur Führung. Augsburg spielte trotz des Rückstands mutig nach vorne, es mangelte dem Team von Trainer Heiko Herrlich aber an der nötigen Präzision. Häufig kam der letzte Pass nicht an. Die Gladbacher hatten das Geschehen daher meist im Griff, offensive Glanzpunkte blieben aber die Ausnahme. Dennoch boten sich Patrick Hermann (21.), Embolo (36.) und Stindl (44.) Möglichkeiten zu einer höheren Pausenführung.

Auch nach dem Wechsel blieb die Partie umkämpft. Augsburg mühte sich, Gladbach blieb wie beim Kopfball durch Hannes Wolf aber gefährlicher (50.). Angeführt vom umsichtigen Christoph Kramer und Neuhaus war die Borussia in der Folge um mehr Spielkontrolle bemüht, es fehlte aber auf beiden Seiten weiterhin die klare spielerische Linie.

Embolo hatte nach einer Stunde frei vor Gikiewicz die Entscheidung auf dem Fuß, der Gäste-Torhüter lenkte den Ball aber an den Pfosten. Augsburg tat sich in dieser Phase im Offensivspiel weiterhin schwer. Aus dem Mittelfeld kam beim FCA wenig. Herrlich reagierte in der 65. Minute mit einem Doppelwechsel und brachte den Ex-Gladbacher Andre Hahn und Michael Gregoritsch. Kurz darauf war Augsburg in Unterzahl. Dennoch bot sich Rani Khedira die Chance zum Ausgleich. Sommer parierte aber stark (73.). Kurz vor dem Ende musste er aber Caligiuris Schuss passieren lassen.

1899 Hoffenheim – VfB Stuttgart 3:3 (1:2)

Die TSG Hoffenheim hat sich nach dem Corona-Notstand der vergangenen Tage achtbar aus der Affäre gezogen. Die Kraichgauer holten ein 3:3 (1:2) im rassigen baden-württembergischen Derby gegen Aufsteiger VfB Stuttgart. Dennoch hält die Negativserie der TSG an. In mittlerweile sechs Partien ohne Sieg verbuchten die Hoffenheimer nur zwei Zähler. Marc-Oliver Kempf (90.+3) sicherte den Schwaben mit seinem Last-Minute-Tor einen Punkt.

Christoph Baumgartner (16.), Ryan Sessegnon (48.) und Andrej Kramaric per Foulelfmeter (71.) trafen für die TSG. Der argentinische Nationalspieler Nicolas Gonzalez (18.), der im dritten Spiel in Folge erfolgreich war, erzielte das erste VfB-Tor. Zudem traf der Kongolese Silas Wamangituka (27.) für die Stuttgarter. Am Ende rettete Kempf den VfB.

Die Hoffenheimer waren erst am Montag aus einer mehrtägigen Mannschafts-Quarantäne auf den Trainingsplatz zurückgekehrt. Sieben Profis, ein Betreuer und ein Mitglied des Trainerteams waren zuletzt mit dem Virus infiziert. Aus diesem Grund wollten die Klub-Verantwortlichen das Spiel gegen den VfB von Samstag auf Sonntag verschieben. Der Antrag wurde aber von der Deutschen Fußball Liga (DFL) abgelehnt.

Die erkrankten Kevin Vogt, Sebastian Rudy, Robert Skov, Jacob Bruun Larsen, Munas Dabbur, Ishak Belfodil und Sargis Adamjan fehlten gegen Stuttgart. Zudem musste Trainer Sebastian Hoeneß auf Kapitän Benjamin Hübner, Ermin Bicakcic, Konstantinos Stafylidis und Pavel Kaderabek verzichten. Beim Geisterspiel in Sinsheim hätten die Schwaben bereits früh in Führung gehen können. Daniel Didavi konnte die Großchance nach einem groben Fehler von TSG-Abwehrchef Havard Nordtveit aber nicht nutzen (5.).

Die Gäste, deren Coach Pellegrino Matarazzo bis zu seinem Wechsel zum VfB als Co-Trainer bei der TSG arbeitete, blieben auch nach dieser Szene am Drücker. Die Hoffenheimer hatten Probleme in allen Bereichen. Von Vize-Weltmeister Kramaric, der erstmals seit seiner überstandenen Corona-Infektion im Oktober auf dem Platz stand, war zunächst wenig zu sehen. Didavi vergab die nächste Möglichkeit für den VfB (15.). Nur Sekunden später traf der Österreicher Baumgartner aus dem Nichts. Die Freude währte nicht lange. Gonzalez, der in der Länderspielpause auch für Argentinien getroffen hat, schloss eine starke Einzelleistung perfekt ab.

Kurz darauf klingelte es erneut im Tor der Hoffenheimer. Nachdem der Ball vorher an Latte und Pfosten gelandet war, schob Wamangituka ein. Es war das dritte Saisontor des Afrikaners. Wenige Minuten später wurde der VfB geschwächt, der angeschlagene Gonzalez musste raus. Dennoch war die TSG mit dem knappen Rückstand zur Pause gut bedient. Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen die Gastgeber stark verbessert aus der Kabine. Nach Vorarbeit von Kramaric traf der Engländer Sessegnon zum ersten Mal in der Bundesliga. Im Anschluss war die TSG sogar der Führung nahe, der VfB wurde gewaltig in die Defensive gedrängt.

Nach rund einer Stunde wurden die Gäste wieder besser, es entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Nach Foul von Waldemar Anton an Florian Grillitsch blieb Kramaric ruhig vom Punkt.

Arminia Bielefeld – Bayer 04 Leverkusen 1:2 (0:1)

Bayer Leverkusen setzt sich in der Spitzengruppe fest, der freie Fall von Aufsteiger Arminia Bielefeld hingegen geht weiter. Die Werkself feierte beim 2:1 (1:0) bei den Ostwestfalen trotz eines Aussetzers ihres Torhüters Lukas Hradecky den bereits fünften Sieg in Folge und sitzt Rekordmeister Bayern München im Nacken.

Leon Bailey (27.) und Aleksandar Dragovic (88.) erzielten die Tore für die Rheinländer, die ihrem Trainer Peter Bosz zu dessen 57. Geburtstag die nächsten drei Punkte schenkten. Bayer-Keeper Hradecky unterlief ein kurioses Eigentor zum zwischenzeitlichen Ausgleich (47.).

Die erschreckend harmlosen Ostwestfalen von Trainer Uwe Neuhaus kassierten dagegen die bereits sechste Niederlage in Serie und könnten nach dem 8. Spieltag erstmals in dieser Saison auf einen Abstiegsplatz abrutschen.

Das ersatzgeschwächte Bayer, das unter anderem ohne den an Corona erkrankten Edmond Tapsoba antreten musste, kontrollierte die Begegnung auf der Alm zu Beginn. Allerdings schoben sich die Gäste vor der vielbeinigen Arminia-Defensive die Bälle zunächst nur hin und her. Raumgewinn: Fehlanzeige.

Es entwickelte sich ein zähes Spiel mit wenigen Höhepunkten – auch, weil die Arminia im Vergleich zum 0:5 bei Union Berlin vor der Länderspielpause vor allem im Zweikampfverhalten ein anderes Gesicht zeigte. Bayer musste sich in Geduld üben, mehr als ein harmloser Abschluss aus spitzem Winkel von Moussa Diaby (15.) sprang in der Anfangsphase nicht heraus.

Dem Spiel der Gäste fehlte oft das Tempo. Als es dann einmal schnell ging, brachte Bailey Bayer in Front. Nach einem Doppelpass mit Florian Wirtz tauchte der Jamaikaner im Arminia-Sechzehner auf und schoss den Ball hart und hoch ins kurze Ecke. Bielefeld blieb insgesamt viel zu harmlos. Allerdings hatte Bayer Glück, dass Schiedsrichter Felix Brych (München) und sein Gespann in der 30. Minute nach einem Zweikampf zwischen Daley Sinkgraven und Arminias Japaner Ritsu Doan im Sechzehner nicht auf Strafstoß entschieden.

Bayer selbst brachte die Bielefelder dann zurück ins Spiel. Hradecky traf bei einem kontrollierten Rückpass von Sinkgraven den Ball nicht richtig und beförderte das Spielgerät so ins eigene Tor. Zu allem Überfluss mussten aufseiten der Gäste außerdem sowohl Lars Bender nach einem Pferdekuss bereits zur Pause, als auch Bruder Sven kurz nach dem Wechsel verletzt ausgewechselt werden. Bielefeld schöpfte neuen Mut, Bayer suchte nach dem Fehlstart in den zweiten Durchgang noch nach seinen Kombinationen und blieb zunächst ungefährlich. Nach und nach nahm auch die Härte in den Zweikämpfen zu, sodass sich eine spannende und umkämpfte Schlussphase entwickelte – in der Joker Dragovic goldrichtig stand.

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